AUF DEM WEG ZUM REDEPROFI MIT DIESEN UNBEKANNTEN TRICKS

Workshops & Vorträge

AUF DEM WEG ZUM REDEPROFI MIT DIESEN UNBEKANNTEN TRICKS

Workshops & Vorträge

Ich bin nervös. Nicht so nervös, wie vor einer Fahrt mit der Hochschaubahn, auch nicht so wie vor dem ersten Date. Nein, ich meine richtig nervös. Denn in einer Stunden beginnt er, mein Vortrag. Beinahe 200 Leute werden meinen Worten lauschen. Mir schießen diverse Gedanken durch den Kopf. Ob sie interessant finden, was ich zu sagen habe? Ob ich sympathisch wirke?
Ich spüre, wie mein Hals kratzig wird und meine Hände anfangen zu zittern. Beides nicht die besten Voraussetzungen für eine gelungene Rede. Denn sprechen und meine Moderationskarten halten ist wohl das Mindeste, was ich zu meinem Erfolg beitragen muss. Ich weiss aber, dass ich in solchen Situationen meinen Körper nicht unter Kontrolle habe. Alle Versuche, ihn zu beruhigen, schlagen fehl. Mein Verhalten kann ich jedoch immer steuern und das tue ich dann auch.

5,4,3,2,1….Los!

Alle ängstlichen oder impulsiven Reaktionen in unserem Gehirn werden von der Amygdala (Mandelkerne) eingeleitet. Der präfrontale Kortex ist daraufhin dafür zuständig, diese Emotionen zu steuern und ein passendes, gesellschaftsfähiges Verhalten zu initiieren. Um den präfrontalen Kortex anzusprechen, die Angst zu unterbrechen und meine Gedanken unter Kontrolle zu bringen, zähle ich zuerst von 5 abwärts.

Ankergedanken vorbereiten

Dadurch schaffe ich es, meine zweifelnde innere Stimme für den Moment ruhig zu stellen und mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Nämlich auf meinen Ankergedanken, den ich mir schon gestern zurecht gelegt habe. Dieser Gedanke sollte etwas mit der entsprechenden Situation zu tun haben, jedoch positiv sein, sodass man sich darauf freuen kann. In meinem Fall stelle ich mir vor, dass mein Vortrag Beifall erntet und sich die Zuhörer danach positiv darüber äussern. So kann ich mich von einem ängstlichen Zustand ausgehend in positive Vorfreude versetzen.

Alles nur im Kopf

In meinem Körper bleibt in dieser Zeit alles beim Alten. Er ist immer noch in einem hoch aktiven Zustand. Mein Herz klopft, ich atme schnell und Cortisol, ein Stresshormon, wird ausgeschüttet. Jetzt jedoch nicht mehr wegen meiner Angst, sondern aufgrund meiner Vorfreude, da diese beiden Gefühle exakt die selben körperlichen Reaktionen hervorrufen. So kann ich meinen Körper praktisch überlisten, was auch sofort seine Wirkung zeigt.

Und dafür ist es auch allerhöchste Zeit, denn in wenigen Minuten beginnt meine Rede. Und als ich die Bühne betrete, merke ich doch tatsächlich, dass ich glücklich zu lächeln beginne.

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